Zwischen Wasser und Wüste – Deutschland zeigt als erstes Land Exponate des iranischen Nationalmuseums

Zwischen Wasser und Wüste – Deutschland zeigt als erstes Land Exponate des iranischen Nationalmuseums  

Die Bundeskunsthalle in Bonn lüftet den Schleier vor den lange Zeit verborgenen Schätzen der iranischen Kulturen und öffnet Perspektiven auf eine in Europa wenig bekannte Bildwelt aus einem über Jahrzehnte verschlossenen Land. 

Die in Kooperation mit dem National Museum of Iran und der Iranian Cultural Heritage, Handicrafts and Tourism Organization konzipierte und vom Auswärtigen Amt sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützte Ausstellung „Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste“ zeigt vom 13. April 2017 bis 20. August 2017 unter anderem Schätze aus den Gräbern zweier elamischer Prinzessinnen sowie spektakuläre Funde aus den Gräberfeldern von Jiroft – sie sind erstmalig außerhalb von Iran zu sehen. 

Kulturellen Dialog zwischen Deutschland und Iran intensivieren 

Botschafter Michael Klor-Berchtold sagte zu der Ausstellung: „Das Auswärtige Amt hat sich insbesondere seit Abschluss des Nuklearabkommens das Ziel gesetzt, neben der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit auch den kulturellen Dialog zwischen Deutschland und Iran zu intensivieren. Die Ausstellung leistet dazu einen beispiellosen Beitrag. Sie ist Zeichen des großen Interesses in Deutschland für die iranische Geschichte und Kultur.“

Löwenfigur, Malyan, ABC surface, 4. Jt. v. Chr., Goldblech, 2,1 x 2,6 cm, Teheran, National Museum of Iran Bild vergrößern Löwenfigur, Malyan, ABC surface, 4. Jt. v. Chr., Goldblech, 2,1 x 2,6 cm, Teheran, National Museum of Iran (© The National Museum of Iran / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Foto: Neda Hossein Tehrani, Nima Mohammadi Fakhoorzadeh)

Reichtum kultureller Zeugnisse und Komplexität gesellschaftlicher Strukturen erleben

„Die Ausstellung öffnet den Blick für früheste Formen von Zivilisation und Kultur im Gebiet des heutigen Iran. Neueste Forschungsergebnisse und Grabungsfunde lassen staunen über den Reichtum kultureller Zeugnisse und die Komplexität gesellschaftlicher Strukturen in der vorpersischen Zeit“, so der Intendant der Ausstellung Rein Wolfs.

Entstehung der persischen Kultur

Die Ausstellung verfolgt die kontinuierliche Entwicklung der Kulturen der iranischen Frühzeit (7. Jahrtausend v. Chr.) bis hin zum Aufstieg der Achaemeniden (1. Jahrtausend v. Chr.) und der Entstehung der persischen Kultur in vier Abschnitten. Dabei liegt der Fokus der Ausstellung auf den Erkenntnissen, die aus den bisher weniger bekannten Regionen des iranischen Hochlands stammen – wobei die Ausgrabungsgegenstände aus Susa Referenzpunkt bleiben. Manche der bedeutendsten neuentdeckten Ausstellungsstücke können heute nur gezeigt werden, weil die iranische Polizei vor bei Raubgräbern gerettet hat.
 
„Dschiroft“, Fußbecher mit Darstellung eines Helden, der zwei Tiere an den Hinterläufen hochhält, dazwischen ein Skorpion, 3. Jt. v. Chr., Chlorit, Teheran, National Museum of Iran Bild vergrößern „Dschiroft“, Fußbecher mit Darstellung eines Helden, der zwei Tiere an den Hinterläufen hochhält, dazwischen ein Skorpion, 3. Jt. v. Chr., Chlorit, Teheran, National Museum of Iran (© The National Museum of Iran / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Foto: Neda Hossein Tehrani, Nima Mohammadi Fakhoorzadeh)


Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Ausstellungsbesucher können sich auf eine Einführung in die Topografie Irans freuen, anhand derer die Sesshaftwerdung und die Entwicklung von Kulturen und schlussendlich die Entwicklung der persischen Kultur unter den verschiedenen geografischen Gegebenheiten nachvollzogen werden. Vielzählige Rekonstruktionen machen diese Entwicklung für die Ausstellungsbesucher erfahrbar. Dabei werden gleichzeitig neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt, die zum Teil von den ausgestellten Exponaten abgeleitet werden und einen gänzlich neuen Blick auf historische Geschehnisse ermöglichen.

Highlight der Ausstellung - Zivilisation von Halilrud

Ein Highlight der Ausstellung sind die Steingefäße aus Jiroft, die bislang noch nie in westlichen Ländern ausgestellt wurden. Die Entdeckung der spektakulären Grabmäler von Jiroft eröffnete 2003 den Blick auf eine archäologisch bislang gänzlich unerforschte Region, die heute die Zivilisation von Halilrud genannt wird.
 
„Dschiroft, Gefäß in Form eines Widders, 3. Jt. v. Chr., Keramik, Teheran, National Museum of Iran Bild vergrößern „Dschiroft, Gefäß in Form eines Widders, 3. Jt. v. Chr., Keramik, Teheran, National Museum of Iran (© The National Museum of Iran / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Foto: Neda Hossein Tehrani, Nima Mohammadi Fakhoorzadeh)


Fusion elamischer und persischer Kultur

Durch Exponate aus den erst kürzlich gefundenen Grabmälern (2007) elamischer Prinzessinen in Jubaji wird in erkenntnisändernder Weise die Fusion elamischer und persischer Kultur illustriert und verdeutlicht – bisher war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass nach dem Sieg Assurbanipals das elamische Reich untergegangen und nach und nach von den persischen Elementen verdrängt wurde. Nach neustem Erkenntnisstand hingegen gingen die elamischen Elemente in der Persischen Kultur auf.

Stand: März 2017

Zum Weiterlesen:

Bundeskunsthalle  

Tickets für die Ausstellung

Zwischen Wasser und Wüste

Choga Zanbil, Khuzestan, ©Bundeskunsthalle