„Tony Cragg . Roots & Stones“

Deutschland unterstützt die Ausstellung des in Deutschland lebenden britischen Bildhauers Tony Cragg, „Roots & Stones“, die das Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst (TMoCA) vom 24. Oktober 2017 bis 12. Januar 2018 zeigen wird.

Die Ausstellung umfasst 57 Skulpturen und mehr als 150 Arbeiten auf Papier und wird erstmals in Iran zu sehen sein.

Tony Cragg gehört zu den bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart. Er lebt in Wuppertal und betreibt dort einen renommierten Skulpturenpark. Die Ausstellung geht auf eine Kooperation zwischen dem deutschen Galleristen Till Breckner und dem iranischen Galleristen Afshin Derambakhsh zurück und wird vom Auswärtigen Amt finanziell gefördert.

Breckner und Derambakhsh arbeiten seit 2011 zusammen, um das Verständnis der Kulturen zu fördern. Sie haben bereits Arbeiten des deutschen Malers und Objektkünstlers Günther Uecker und des deutschen Künstlers und Mitbegründers der Künstlergruppe ZERO Otto Piene in Teheran gezeigt. Beide Ausstellungen wurden von der Deutschen Botschaft Teheran finanziell unterstützt.

Der deutsche Botschafter in Teheran, Michael Klor-Berchtold, sagte in seinem Vorwort zum Ausstellungskatalog der Tony-Cragg-Ausstellung:

„Teheran und die deutsche Stadt Wuppertal haben etwas gemeinsam: in beiden Städte liegt ein Skulpturengarten. Zugegebenermaßen gibt es große Unterschiede, z.B. sind die Größen der beiden Parks unterschiedlich. Der Park in Wuppertal umfasst 14 Hektar, der Park des des Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst ist wesentlich kleiner. Aber beide beherbergen Skulpturen großer Bildhauer. In Wuppertal stehen Werke von Henry Moore und Markus Lüpertz, im Skulpturengarten des TMoCA Werke von Giacometti und Max Ernst.

Und ab dieser Ausstellung werden die beiden Gärten eine Gemeinsamkeit haben: in beiden kann man von nun an Skulpturen von Tony Cragg bewundern.

In Wuppertal ist das keine Überraschung, denn der Skulpturengarten „Waldfrieden“ ist von Tony Cragg erdacht und erschlossen worden. Von dem Künstler, dessen Werk wir mit dieser Ausstellung hier in Teheran feiern.

Seit über 40 Jahren ist Cragg ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kunst- und Kulturlandschaft. Er ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer, der u.a. auf mehreren Dokumenta-Editionen oder der Biennale in Venedig ausgestellt hat und dem viele internationale Preise wie z.B. der renommierte Turner-Preis verliehen wurden.

Aber was ihn von vielen anderen Künstlern absetzt, sind die Spuren, die er schon jetzt in Deutschland hinterlassen hat. Diese sind tiefer sind als die Spuren, die ein Künstler „nur“ mit seinen Kunstwerken schaffen kann. Denn offensichtlich war es ihm wichtig, Kunst und seine Gedanken zur Kunst mit so vielen Leuten wie möglich zu teilen.

Das eine, das Teilen von Kunst mit Anderen, erreichte er 2008 mit der Eröffnung des oben erwähnten Skulpturenparks Waldfrieden, in dem Besucher in Dauer- und Sonderausstellungen die bedeutendsten Bildhauer der Welt kennenlernen, in dem die Musikreihen „Klang.Art“ und „Tonleiter“ stattfinden und in dem man einfach auch nur laufen, sitzen, Kunst bestaunen und wirklich Frieden finden kann. Cragg hat so einen der bedeutendsten Kunst- und Kulturorte geschaffen.

Das andere, das Teilen seiner Gedanken zur Kunst, tat er in verschiedenen leitenden und lehrenden Funktionen an der Kunstakademie Düsseldorf oder an der Hochschule der Künste in Berlin.

Mit diesem Gesamtwerk hat er unterschiedlichen Menschen ganz unterschiedliche Zugänge zu seiner Welt Zugänge verschafft und intellektuell sowie künstlerisch eben diese Spuren hinterlassen.

Die deutsche Kultur hat Cragg also viel zu verdanken. Vieles, das bleibt. Deswegen bin ich besonders froh darüber, die Werke dieses Künstlers mit unseren iranischen Freunden teilen zu können. In einer Stadt, in der gerade nach mehreren Jahren Pause die Teheraner Skulptur Biennale wiederbelebt wurde, wird diese Ausstellung hoffentlich begeistern und inspirieren.

Sie kommt auf jeden Fall genau zur richtigen Zeit und ist die Fortsetzung einer nun schon lang anhaltenden und intensiven Reihe an Ausstellungen bedeutender deutscher Künstler in Teheran wie Piene oder Uecker.

Und vielleicht gelingt es Cragg mit dieser Ausstellung ja sogar, ein bisschen „Waldfrieden“ in den Skulpturenpark des TMoCA zu übertragen. Nennen wir es „Laleh-Park-Frieden“.

Zum Weiterlesen:

Informationen der Gallerie Breckner zur Ausstellung „Tony Cragg . Roots & Stones“

„Tony Cragg . Roots & Stones“

 Tony Cragg Sculpture Exhibition at TMoCA