„What are the benefits of international research cooperation?”

Darüber diskutierten Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, und Prof. Dr. Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, am 9.10. in Teheran mit iranischen Wissenschaftlern und Forschern sowie Vertretern des iranischen Ministeriums für  Wissenschaft, Forschung und Technologie.

„2+2>4“

Den Anfang machte Prof. Hossein Najmabadi, Ph.D., einer der führenden Humangenetiker Irans, mit einem flammenden Plädoyer für internationale Forschungszusammenarbeit. Seine langjährige Zusammenarbeit mit deutschen Forschern sei nur deshalb von Erfolg gekrönt, weil beide Seiten einen einzigartigen Beitrag leisten können. Deutschland biete ausgezeichnete technische Expertise, langjährige Forschungserfahrung im Bereich der Humangenetik, sehr gute Forschungsinfrastruktur  und ein einzigartiges Forschungsumfeld. Iran verfüge über ein bis in die entlegensten Regionen des Landes verzweigtes Gesundheitssystem, eine außergewöhnlich heterogene Population und  hoch motivierte und talentierte Studenten, so Najmabadi.

Prof. Dr. Mahmud Nili Ahmabadi, Präsident der Universität von Teheran, plädierte für eine Zusammenarbeit, die einen Mehrwert kreiere. In der Mathematik sei klar: „2+2=4“. Für die internationale Wissenschaftskooperation sei jedoch „2+2>4“ eine wichtige Maßgabe.

Es sind die Menschen, die den Unterschied machen Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung  Bild vergrößern (© Denzel, Jesco / BPA) Staatssekretär Schütte machte deutlich, dass Forschungszusammenarbeit vor allem Vertrauen brauche, Vertrauen sei manchmal wichtiger als Geld. Ein Vorteil von Kooperation liege im Ausbau von Forschungsinfrastrukturen, in der Bündelung von Kapazitäten und Kräften, in modernem Forschungsmanagement. Allerdings seien es die Menschen, die den Unterschied machten, so Schütte.

Wissenschaftliche Neugier und innovative Wissenschaft – „old new“ und „new new Professor Peter Strohschneider   Bild vergrößern (© DFG / David Ausserhofer)

Was brauche erfolgreiche Zusammenarbeit noch? Wissen um die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen den Partnern, gegenseitiger Respekt, zuweilen auch produktive Irritationen und gemeinsame Standards – das alles sei ebenso wichtig, wie wissenschaftliche Neugier, so Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft Prof. Dr. Peter Strohschneider. Wissenschaftspolitik müsse sowohl problemorientierte Forschung als auch wissenschaftliche Neugier unterstützen, also „old new“ und „new new“.

Auseinandersetzung mit dem Widersprüchlichen und Unerwarteten Max-Planck-Präsident Martin Stratmann Bild vergrößern Martin Stratmann, neuer Pr�sident der MPG (© Axel Griesch/MPG)

Auch Prof. Dr. Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, plädierte für eine offene Wissenschaftspolitik, die nur dann innovativ sein könne, wenn sie einerseits das Verständnis des Unbekannten und die Auseinandersetzung mit dem Widersprüchlichen und Unerwartetem  unterstütze und andererseits Strukturen schaffe, die Braindrain verhinderten.

Großes iranisches Interesse an Forschungszusammenarbeit mit Deutschland

Sowohl die Vertreter des iranischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Technologie, Minister Prof. Dr. Hossein Salar Amoli, Vizeminister Prof. Dr. Mojtaba Shariati Niyasar und Vizeminister Prof. Dr. Vahid Ahmadi, als auch die zahlreichen Mitglieder iranischer Universitäten und Forschungseinrichtungen machten deutlich, dass das Interesse an Forschungszusammenarbeit außerordentlich groß sei. 

Deutsch-Iranische Begegnungen und Science Diplomacy

Die Panel-Diskussion fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Deutsch-Iranische Begegnungen“ der Deutschen Botschaft Teheran statt. Zu den weiteren Teilnehmern der Diskussion gehörten Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Prof. Dr. Alfred Goßner von der Fraunhofer-Gesellschaft,  Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Prof. Dr. Volker Mosbrugger von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie Prof. Dr. Reinhold Weiß vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Zum Weiterlesen:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/KulturDialog/05_Wissenschaft/WissenschaftHochschulen_node.html

www.bmbf.de

www.dfg.de

www.mpg.de

www.daad.de

www.fraunhofer.de

www.leopoldina.org

www.senckenberg.de

www.bibb.de

Stand 09.10.2016