Deutschland und Iran stärken Kooperation bei Klima- und Umweltschutz

Der deutsche Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Jochen Flasbarth, ist vom 24. bis 26. Februar nach Iran gereist. In Teheran traf er mit dem iranischen Vizepräsidenten für Wissenschaft und Technologie, Dr. Sorena Sattari, der iranischen Vizepräsidentin und Leiterin der Behörde für Umweltschutz, Masoumeh Ebtekar, und dem Vizeminister für Wasser im iranischen Energieministerium, Rahim Meidani, zusammen. Zudem standen Treffen mit lokalen Vertretern der Umweltbehörden auf der Agenda. Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Bild vergrößern Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (© BMUB / Thomas Imo)
Klima- und Umweltschutz: Eine globale Herausforderungen

Bei den dreitägigen politischen Gesprächen ging es um die Stärkung der gemeinsamen Kooperation bei Klima- und Umweltschutz. Deutschland wird Iran künftig dabei unterstützen, zentrale Umweltprobleme wie Wassermangel und Luftbelastung zu bewältigen und die nationalen Klimaschutzziele umzusetzen. Die Reise von Flasbarth nach Iran ist Ausdruck der seit dem Abschluss des Nuklearabkommens (JCPoA) im Juli 2015 neu belebten bilateralen Zusammenarbeit beider Länder.

Deutschland und Iran: Partner für Klima- und Umweltschutz

"Das Pariser Weltklimaabkommen stellt viele Staaten vor große Herausforderungen. Hier geht es vor allem um die Frage, wie unsere Volkswirtschaften klimafreundlicher werden und den Ausstoß relevanter Treibhausgase verringern können. Deutschland und Iran wollen vor diesem Hintergrund im Bereich Klima- und Umweltschutz noch stärker zusammenarbeiten, so Jochen Flasbarth vor der Reise.

Für eine kohlenstoffarme Wirtschaft

Staatssekretär Flasbarth unterzeichnete in Anwesenheit des iranischen Vizepräsidenten für Wissenschaft und Technologie, Dr. Sorena Sattari, eine gemeinsame Absichtserklärung zur verstärkten Kooperation bei der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft.

Innovationen für eine grüne Wirtschaf Deutschland und Iran stärken Kooperation bei Klima- und Umweltschutz Bild vergrößern Deutschland und Iran stärken Kooperation bei Klima- und Umweltschutz (© Deutsche Botschaft Teheran)

Flasbarth eröffnete gemeinsam mit der Iranischen Vizepräsidentin und Leiterin der Iranischen Behörde für Umweltschutz, Masoumeh Ebtekar, die iranische Umweltmesse "IES Enviro 2017". Neben dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif waren Vertreter der Vereinten Nationen, der Europäischen Union sowie anderer europäischer Staaten anwesend. Auf der zum 16. Mal stattfindenden Messe, die dieses Jahr unter dem Motto "Resilient Economy. Green Economy" stand, kamen in den Branchen Umweltschutz, Umwelttechnik und Energieeffizienz aktive Unternehmen aus Iran, Deutschland und anderen Ländern zusammen, um ihre Lösungen für eine widerstandsfähige und grüne Wirtschaft zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen.

Wasserressourcen dauerhaft sichern Deutschland und Iran stärken Kooperation bei Klima- und Umweltschutz Bild vergrößern Deutschland und Iran stärken Kooperation bei Klima- und Umweltschutz (© Deutsche Botschaft Teheran)
Bei dem Treffen mit dem Vizeminister für Wasser im iranischen Energieministerium, Rahim Meidani, ging es um nachhaltige Wasserpolitik und Perspektiven für eine verstärkte deutsch-iranische Kooperation bei der Sicherung von Wasserressourcen. Deutschland verfügt über langjährige Erfahrungen in grenzüberschreitendem Wassermanagement im Dialog mit seinen Nachbarstaaten sowie über Expertise in der internationalen Wasserdiplomatie. Die bereits angelaufenen deutsch-iranischen Projekte zielen unter anderem auf besseres Wasserressourcenmanagement des durch Isfahan, der drittgrößten Stadt des Landes, fließenden Flusses Zayandeh Rud – dieser trocknet wegen vermehrten Wasserverbrauchs und Trockenperioden zeitweise aus.

Historische Vorbilder für intelligentes Wassermanagement Deutschland und Iran stärken Kooperation bei Klima- und Umweltschutz Bild vergrößern Deutschland und Iran stärken Kooperation bei Klima- und Umweltschutz (© Deutsche Botschaft Teheran)
Im Anschluss besuchte Flasbarth den nahe der Stadt Kaschan gelegenen Persischen Garten Bagh-e Fin, der im Jahr 2011 zusammen mit weiteren acht Persischen Gärten in die UNESCO-Liste des Welterbes eingetragen wurde. Ihr Prinzip geht auf das 6. Jahrhundert zurück und symbolisiert die zoroastrischen Elemente Himmel, Erde, Wasser und Pflanzen. Persische Gärten waren nicht nur ästhetisch, sondern vor allem funktional: Sie verfügten über Bewässerungssysteme, die den extremen klimatischen Bedingungen in der Wüste gewachsen waren. Möglich war dies dank einer intelligenten Anwendung von Wissen aus den Bereichen Technologie, Wassermanagement, Hydrotechnik, Architektur, Botanik und Landwirtschaft.


Zum Weiterlesen:

Internationale Umweltpolitik Deutschlands

Bilaterale Umweltpolitik Naher Osten

Deutsche Klimadiplomatie

Zur Person Jochen Flasbarth

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit


Stand: 27.02.2017

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