Friedensverantwortung der Religionen

Vom 21.-23. Mai 2017 findet im Auswärtigen Amt die Konferenz „Friedensverantwortung der Religionen“ statt. Bundesminister Sigmar Gabriel hat dazu 100 Religionsvertreter aus über 50 Ländern eingeladen. Auch aus Iran nehmen Religionsvertreter an dem Treffen teil. 

Botschafter Klor-Berchtold traf im Vorfeld der Konferenz mit Schiitischen Geistlichen in Ghom zusammen. Dabei machte er deutlich, dass die von Martin Luther vor 500 Jahren in Deutschland angestoßene Reformation weitreichende theologische, kulturelle und politische Folgen gehabt hat und die Grundfragen nichts an Aktualität verloren haben. 

Die soziale und politische Kraft der Religion

In einer von Krieg und Verunsicherung geprägten Welt kommt der Friedensverantwortung von Religionen eine besondere Bedeutung zu. Religionen sind starke soziale und politische Kräfte in ihren Gesellschaften. Es gibt beeindruckende Beispiele religiös begründeter Friedensstiftung. 

Das Auswärtige Amt Berlin sucht daher den Dialog mit einflussreichen Persönlichkeiten und Repräsentanten von Religionsgemeinschaften aus Europa, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Nord- und Westafrika, um das Friedenspotenzial von Religion stärker zur Geltung zu bringen.

Friedensverantwortung der Religionen Bild vergrößern (© World map / Federal Foreign Office)
Religion und Außenpolitik 

Vom 21. bis 23. Mai 2017 werden ca. 100 internationale Religionsvertreter und -vertreterinnen nach Berlin eingeladen. Die Teilnehmenden engagieren sich in der Arbeit für den Frieden in und zwischen den Gesellschaften. Mit der Konferenz „Friedensverantwortung der Religionen“ geht es um deutsche Außenpolitik mit nicht-staatlichen Akteuren als ergänzendes Mittel der klassischen Diplomatie.

Am Anfang war das Wort Bild vergrößern Am Anfang war das Wort (© Auswärtiges Amt)

Luther - 500 Jahre Reformation

Außenminister Sigmar Gabriel schreibt in dem Beitrag „Gläubig oder nicht gläubig: Die Frage nach der Rolle der Religion in unserer Zeit“,  der in der Beilage des Tagesspiegel zum 37. Evangelischen Kirchentag Berlin-Wittenberg erscheinen ist, u.a.:

„Heute, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag von Wittenberg, ist klar, dass die von Martin Luther angestoßene Reformation weitreichende theologische, kulturelle und politische Folgen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gehabt hat und weiter hat. Deshalb ist das Reformationsjubiläum nicht nur ein kirchliches, sondern auch ein Ereignis mit außenpolitischer Dimension.“

„Die Reformation hat entscheidenden Anteil an unserem heutigen Verständnis, was Freiheit, Bildung und gesellschaftliches Zusammenleben ausmacht. In einer Zeit, in der die Welt neu vermessen wird, klassische Ordnungsschemata nicht mehr gelten und der Ruf nach dem Autoritären wieder Konjunktur zu haben scheint, müssen wir deshalb die mit der Reformation untrennbar zusammenhängenden Fragen von Religion und Ordnung sowie der Mündigkeit und Verantwortung des Einzelnen neu aufnehmen.“

„500 Jahre nach der Reformation ist die Welt wieder im Umbruch und prägen pseudo-religiöse Ideologien eine Vielzahl von Konflikten weltweit. Es geht deshalb heute mehr denn je darum, auf der Grundlage fester Überzeugungen Haltung zu zeigen.“

Zum Beitrag von Außenminister Sigmar Gabriel 

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