World Wetlands Day – Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung ernst nehmen

World Wetlands Day – Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung ernst nehmen Bild vergrößern Botschafter Michael Klor-Berchtold mit dem irakischen Botschafter in Iran Abboud al-Moussavi (© Deutsche Botschaft Teheran)

Botschafter Michael Klor-Berchtold ist am 02.02. gemeinsam mit der iranischen Vizepräsidentin und Leiterin der Umweltbehörde Masoumeh Ebtekar und dem irakischen Botschafter in Iran Abboud al-Moussavi in die Nähe der Stadt Ahvas gereist und hat die auf der Liste der gefährdeten Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung stehenden „Shadegan Marshes, mudflats of Khor-al Amaya, Khor Musa“ besichtigt. 

Das 400,000 ha große Feuchtgebiet liegt in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Landes an der Grenze zu Irak und gehört seit 1975 zu den sechs Feuchtgebieten des Landes, die im Rahmen des "Übereinkommens über den Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel“ (Ramsar-Konvention) geschützt werden. 

Verbesserung des ökologischen Zustands und der natürlichen Lebensbedingungen dringend notwendig

Weil sich der ökologischer Zustand des Feuchtgebietes und zugleich die natürlichen Lebensbedingungen vor Ort seit seiner Eintragung deutlich verschlechtert haben, steht das Feuchtgebiet „Shadegan Marshes, mudflats of Khor-al Amaya, Khor Musa“ seit 1993 im „Montreux Register“ und unterliegt damit einem internationalem Überwachungs- und Beratungsverfahren. Sachverständige prüfen die Situation vor Ort und legen gemeinsam mit Iran die Maßnahmen zur Verbesserung des Gebietszustandes fest.

World Wetlands Day – Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung ernst nehmen Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft Teheran)

Internationale Zusammenarbeit essentiell

Alle Staaten müssten den Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung ernst nehmen, so Botschafter Klor-Berchtold. Es sei wichtig, sich ihre besondere Bedeutung für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung bewusst zu machen, ihren ökologischen Zustand zu bewahren und ihn durch modernes Biotopmanagement und nachhaltige Nutzung zu sichern. Zudem sei es essentiell, beim Feuchtgebietsschutz international zusammenzuarbeiten. Die internationale Ramsar-Konvention biete den notwenigen Rahmen dazu, so Botschafter Klor-Berchtold.

Klimaschutz und Schutz vor Sandstürmen

Feuchtgebiete sind von großer ökologischer Bedeutung. Sie dienen als Grundwasserfilter, als Überschwemmungsschutz und haben eine besondere Bedeutung für den Klimaschutz: Da sie als Kohlenstoffsenke wirken und weltweit große Mengen an Kohlenstoff speichern, können sie zur Reduzierung des Treibhauseffektes beitragen. Sie dienen Wasser- und Watvögeln als Rast- und Überwinterungsplatz. Und in Khuzestan mildern sie die Folgen der Sandstürme, die die Region heimsuchen und das Leben und die Gesundheit der Menschen in Städten wie Ahvaz, Soosangerd und Dezful sowie auf dem Land gefährden. 

Mit Blick auf die Listung von „Shadegan Marshes, mudflats of Khor-al Amaya, Khor Musa“ im „Montreux Register“ verwies Botschafter Klor-Berchtold auf die deutsche Erfahrung mit dem Feuchtgebiet “Unterer Niederrhein“, das wegen Verschlechterung des ökologischen Zustands 1993 im „Montreux Register“ gelistet werden musste und nach einem erfolgreichen internationalen Überwachungs- und Beratungsverfahren bereits 1999 wieder von der Liste der gefährdeten Feuchtgebiet gestrichen werden konnte. 

Ramsar-Konvention

Die Konvention wurde am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar geschlossen und ist die älteste internationale Konvention, die sich mit dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen beschäftigt.

Ihr gehören weltweit 169 Vertragsstaaten an, die insgesamt 2241 Feuchtgebiete internationaler Bedeutung mit einer Gesamtfläche von circa 215,2 Millionen Hektar unter Schutz gestellt haben. 

Iran gehört seit 1975 zu den Vertragsstaaten, Deutschland ist 1976 der Konvention beigetreten. 

Iran hat seitdem 24 Gebiete mit einer Gesamtfläche von 1,486,438 Hektar unter Schutz gestellt. In Deutschland sind es 34 Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 868.000 Hektar, die zu Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung zählen. Das größte deutsche Gebiet „Wattenmeer, Elbe-Weser Dreieck“ liegt in Niedersachsen und hat 38.460 Hektar. Das kleinste deutsche Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung „Aland-Elbe-Niederung und Elbaue Jerichow“ ist in Sachsen-Anhalt und misst 8.605 Hektar. World Wetlands Day – Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung ernst nehmen Bild vergrößern Botschafter Klor-Berchtold (Mitte) (© Deutsche Botschaft Teheran)

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