Eheschließung und Scheidung

Anerkennung einer in Iran durchgeführten Eheschließung in Deutschland

Eine in Iran nach iranischen Gesetzen geschlossene und registrierte Ehe wird im Regelfall von den deutschen Behörden unproblematisch anerkannt. Religiöse Zeitehen sind allerdings nach den deutschen Gesetzen nicht gültig. Als Nachweis für die Eheschließung ist die legalisierte deutsche Übersetzung der iranischen Heiratsurkunde ausreichend. 

Legalisation

Eine erneute Eheschließung in Deutschland ist nicht notwendig. Die in Deutschland standesamtlich geschlossene Ehe mit einer/m iranischen Staatsangehörigen wird von den iranischen Behörden nur anerkannt, wenn sie bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung registriert worden ist. Die Registrierung müssen die Ehegatten selbstständig beantragen.

Ausführliche Informationen über das Verfahren der Eheschließung sowohl in Iran, als auch in Deutschland und die rechtlichen Wirkungen können Sie in dem Merkblatt der Botschaft nachlesen.


Merkblatt Eheschließung [pdf, 309.95k]

Verzeichnis iranischer Anwälte [pdf, 354.31k]

 

Beantragung einer deutschen Heiratsurkunde (früher Familienbuch)

Falls Sie einer der Ehepartner im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit ist und die Ehe in Iran geschlossen wurde, kann eine deutsche Heiraturkunde beantragt und die iranische Eheschließung im deutschen Heiratsregister eingetragen werden. Den Antrag können Sie bei dem Standesamt an Ihrem Wohnort in Deutschland stellen. Falls Sie Ihren Wohnsitz in Iran haben, ist das Standesamt I in Berlin für die Eintragung zuständig. Der Antrag kann in diesem Fall bei der deutschen Botschaft eingereicht werden.

Bitte füllen Sie hierzu das unten stehende Antragsformular aus und bringen Sie folgende Dokumente mit:

1. Nachweis der Eheschließung (Heiratsurkunde mit legalisierter Übersetzung)
2. Nachweis der Staatsangehörigkeit (z.B. beglaubigte Kopie der (dt./iran.) Reisepässe, Einbürgerungsurkunde)
3. Nachweis zur Abstammung und ggf. Vorehen wie folgt:
- Ehefähigkeitszeugnis des deutschen Ehepartners (ausgestellt vom zuständigen deutschen Standesamt, übersetzt und legalisiert durch die iranische Vertretung in Deutschland)
- Bei Beurkundung der Geburt in einem deutschen Geburtenregister: Aktuelle beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister mit Hinweisteil
- Bei Beurkundung der Geburt ausschließlich im Ausland: Bei Geburt im Iran legalisierte Übersetzung der Shenasnameh, ansonsten ausländische Geburtsurkunde
- Eheurkunden, Auflösungsnachweis aller Vorehen (Sterbeurkunde, Scheidungsurkunde, bei iranischen Dokumenten jeweils mit legalisierter Übersetzung

Bitte bringen Sie alles Dokumente im Original und zwei Kopien mit. Bei der Antragstellung fallen Gebühren für die Legalisation und Beglaubigung der Kopien an. Des Weiteren wird das Standesamt Gebühren für die Beurkundung der Eheschließung und die Ausstellung der Urkunde erhaben, welche Sie nach Aufforderung direkt an das Standesamt in Deutschland überweisen müssen. Je nach Auslastung des Standesamtes I in Berlin kann die Beurkundung der Eheschließung bis zu drei Monate in Anspruch nehmen.

Merkblatt zum Eheregister [pdf, 290.29k]

Antrag auf Eintragung in das deutsche Eheregister [msword, 117.5k]

Informationen des Standesamt I Berlin

Konsularinfo des Auswärtigen Amtes

Ehefähigkeitszeugnis

Zur Eheschließung in Iran benötigen Sie als deutscher Staatsangehöriger ein Ehefähigkeitszeugnis eines deutschen Standesamtes. Dieses sollten Sie bereits in Deutschland beantragen, ins Persische übersetzen und von der für Sie zuständigen iranischen Auslandsvertretung legalisieren lassen. Falls Sie Ihren Wohnsitz in Iran haben können Sie das notwendige Ehefähigkeitszeugnis über die Botschaft beim Standesamt I in Berlin beantragen. Welche Dokumente und Angaben hierfür notwendig sind können Sie auf dem jeweils aktualisierten Merkblatt des Standesamte I in Berlin nachlesen. Vereinbaren Sie hierfür bitte einen Termin per E-Mail ( teheran%27%diplo%27%de,info ).

Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses [pdf, 349.21k]

Informationen des Standesamtes I Berlin

Hinweise für deutsche Frauen

Durch eine nach iranischem Recht rechtmäßige Eheschließung mit einem Iraner erwirbt die deutsche Ehefrau automatisch die iranische Staatsangehörigkeit.
Dies kann dazu führen, dass die konsularischen Betreuungsmöglichkeiten seitens der deutschen Botschaft Teheran in Notfällen eingeschränkt sind!
Erfolgt die Eheschließung in Iran, kann regelmäßig von einem automatischen Staatsangehörigkeitserwerb der deutschen Ehefrau ausgegangen werden. Weiterführende Hinweise zur Eheschließung finden Sie auf über folgenden Link auf der Homepage der Deutschen Botschaft Teheran:

http://www.teheran.diplo.de/contentblob/4261482/Daten/4406190/NEU_Merkblatt_Eheschlieung_DL.pdf

Rechtsverbindliche Auskünfte zum Erwerb der iranischen Staatsangehörigkeit können nur die zuständigen iranischen Behörden erteilen. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass die iranischen Behörden bei der Einreise oder bei der Ausstellung des sog. Shenasnameh für die deutsche Ehefrau den deutschen Reisepass der Betroffenen einbehalten. In diesem Falle werden Sie gebeten umgehend mit der Deutschen Botschaft Teheran Kontakt aufzunehmen.
Die deutsche Staatsangehörigkeit geht bei einem automatischen Staatsangehörigkeitserwerb nicht verloren.

Anerkennung einer in Iran durchgeführten Ehescheidung in Deutschland

Anders als bei der Eheschließung wird eine im Ausland durchgeführte Scheidung nicht automatisch in Deutschland anerkannt, sobald ein deutscher Staatsangehöriger beteiligt ist.

Im deutschen Rechtsbereich gilt die Ehe eines deutschen Staatsangehörigen, die durch ein iranisches Gericht geschieden worden ist, weiterhin als bestehend. Damit das iranische Scheidungsurteil Wirksamkeit in Deutschland entfalten kann, ist eine förmliche Anerkennung der ausländischen Entscheidung in Ehesachen erforderlich. Rechtsgrundlage hierfür ist Art. 7 § 1 Familienrechts-Änderungsgesetz (FamRÄndG). Zuständig für die Anerkennungsentscheidung sind die jeweiligen Landesjustizverwaltungen.

Die Entscheidung erfolgt nur auf Antrag. Antragsberechtigt ist neben den betroffenen Ehegatten jede Person, die ein rechtliches Interesse an der Klärung der Statusfrage glaubhaft macht (z.B. Verlobte, spätere Ehegatten oder Erben). Für die Entscheidung über den Antrag wird - abhängig vom Einkommen des Antragstellers - eine Gebühr zwischen EUR 10,- und EUR 310,- erhoben.

Für Antragsteller ohne Wohnsitz in Deutschland ist hierfür grundsätzlich die Senatsverwaltung für Justiz in Berlin zuständig. Den Antrag auf Anerkennung der Scheidung können Sie über die Botschaft stellen. Bitte legen Sie hierzu folgende Unterlagen vor:

  • Scheidungsurteil des zuständigen Gerichts
  • Scheidungsurkunde des zuständigen Scheidungsnotariats
  • Heiratsurkunde der geschiedenen Ehe
  • Verdienstbescheinigung
  • Reisepasses oder Personalausweises

Im Einzelfall kann die Landesjustizverwaltung die Vorlage weiterer Unterlagen verlangen. Die iranischen Dokumente müssen mit einer legalisierten deutschen Übersetzung eingereicht werden, auf folgenden Link wird hingewiesen:

http://www.teheran.diplo.de/Vertretung/teheran/de/04__rk/Legalisationen/__Legalisationen.html#topic4

Bitte vereinbaren Sie per E-Mail ( teheran%27%diplo%27%de,info ) einen Termin für die Antragstellung.

Antrag auf Anerkennung einer ausländischen Ehescheidung [pdf, 1,891.48k]

Informationen der Senatsverwaltung für Justiz

Konsularinfo des Auswärtigen Amtes

Alle Angaben auf dieser Seite und in den Merkblättern beruhen auf Erkenntnissen und Einschätzungen der Botschaft im Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann jedoch keine Gewähr übernommen werden.

Stand: 16.06.2010

Eheschließung und Scheidung

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