Geburt eines Kindes in Iran

Ab sofort können Sie über das Online-Terminvergabesystem der Botschaft einen Termin zur Beantragung eines Passes und/oder einer deutschen Geburtsurkunde buchen:

Terminvergabesystem

Was ist zu erledigen nach der Geburt eines deutschen Kindes in Iran?

- Namenserklärung, Geburtsanzeige, Passbeantragung -

Kinder erwerben auch durch die Geburt im Ausland die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil im Zeitpunkt der Geburt im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit ist. Eine Anzeige der Geburt bei den deutschen Behörden ist derzeit noch freiwillig und nicht Voraussetzung für den Erwerb der Staatsbürgerschaft. Durch eine Neuregelung des Staatsangehörigkeitsgesetzes wird sich dies in Zukunft ändern. Falls der deutsche Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde, wird das Kind nur die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben, wenn die Geburt innerhalb eines Jahres bei der Botschaft angezeigt wird. Ausführliche Informationen zu dieser Änderung finden Sie hier!

Nach der Geburt Ihres Kindes haben Sie die Möglichkeit ein Ausweisdokument (ePass oder Kinderreisepass) und eine deutsche Geburtsurkunde für Ihr Kind zu beantragen.

Zunächst muss in der Regel eine Namenserklärung abgegeben werden, um den Familiennamen des Kindes zu bestimmen. Dies erübrigt sich i.d.R., wenn für ein Geschwisterkind mit den gleichen Eltern bereits eine Namenserklärung nach deutschem Recht abgegeben wurde. Sowohl für die Geburtsanzeige, als auch für die Namenserklärung und die Beantragung des Passes ist die persönliche Vorsprache beider sorgeberechtigten Elternteile mit Kind unbedingt notwendig.

Bitte buchen Sie über das Online-Terminvergabesystem der Botschaft einen Termin für die Beantragung des Passes und/oder der Geburtsurkunde.

Namenserklärung

Mit einer Namenserklärung wird der Name und dessen Schreibweise für den deutschen Rechtsbereich vom jeweils zuständigen Standesamt verbindlich geregelt.

Wann ist eine Namenserklärung notwendig?

Eine Namenserklärung nach deutschem Recht ist vor Ausstellung des Passes zwingend notwendig, wenn die Eltern des Kindes bei Geburt verheiratet sind allerdings keinen gemeinsamen Ehenamen bestimmt haben. Sie tragen also bei Geburt des Kindes zwei verschiedene Nachnamen. Dies ist in der Regel der Fall, wenn Sie in Iran geheiratet haben oder bei der Eheschließung in Deutschland keine Ehenamenserklärung abgegeben haben.

Auch wenn das Kind nach iranischem Recht automatisch den Nachnamen des Vaters erhalten hat und evtl. bereits ein iranischer Pass auf diesen Namen ausgestellt wurde, kann ohne die Namenserklärung kein deutscher Pass auf diesen Namen ausgestellt werden.

Bei der Namenserklärung können die Eltern sich entscheiden, ob das Kind den Nachnamen der Mutter oder des Vaters tragen soll. Eine Kombination aus beiden Namen ist nach deutschem Recht nicht möglich.

Die Namenserklärung kann bei Beantragung des Passes in der Botschaft abgegeben werden. Die Botschaft leitet Ihre Erklärung mit den notwendigen Dokumenten an das zuständige Standesamt (bei Eltern ohne melderechtlichen Wohnsitz in Deutschland Standesamt I in Berlin) nach Deutschland weiter.

Folgende Unterlagen sind für die Namenserklärung notwendig:

  • ausgefülltes Antragsformular
  • Shenasnameh des Kindes mit legalisierter Übersetzung
  • Heiratsurkunde der Eltern (falls iranisches Dokument mit legalisierter Übersetzung)
  • Reisepässe der Eltern (bei Doppelstaatern beide Pässe)
  • Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit mindestens eines Elternteils (Deutscher Pass oder Personalausweis ist in der Regel ausreichend)
  • Shenasnameh / Geburtsurkunde
  • falls bereits vorhanden: iranischer Reisepass des Kindes
  • falls vorhanden: Meldebescheinigung für aktuellen oder früheren deutschen Wohnsitz

Alle Dokumente müssen im Original und mit zwei Kopien (bei gleichzeitiger Passbeantragung mit drei Kopien) vorgelegt werden. Iranische Dokumente müssen übersetzt und legalisiert sein, andere ausländische Personenstandsdokumente müssen übersetzt sein.

Im Einzelfall kann das Standesamt die Vorlage weiterer Dokumente verlangen.

Ohne Abgabe einer Namenserklärung kann kein Pass für das Kind ausgestellt werden.

Das Standesamt wird der Botschaft gegenüber den Eingang der Namenserklärung bestätigen und auf Wunsch der Eltern eine kostenpflichtige Bescheinigung über die Namenserklärung übersenden. Erst nachdem das Standesamt die Namensführung bestätigt hat, ist die Erklärung wirksam geworden und es kann ein Pass auf diesen Namen ausgestellt werden.

Wann ist keine Namenserklärung notwendig?

Die Entscheidung für einen Familiennamen gilt automatisch für die zukünftigen Geschwisterkinder. Eine Namenserklärung ist folglich nur nach der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes der Eltern notwendig. Bitte bringen Sie zur Beantragung des Passes für das zweite Kind die Bescheinigung über die Namensführung oder die deutsche Geburtsurkunde Ihres ersten Kindes mit.

Falls Sie eine deutsche Geburtsurkunde für Ihr Kind beantragen möchten, ist ebenfalls keine Namenserklärung notwendig, da diese im Rahmen der Beurkundung der Geburt abgegeben wird.

Wenn Sie sich bei Ihrer Hochzeit in Deutschland für einen gemeinsamen Ehenamen entschieden haben oder nachträglich eine Ehenamenserklärung abgegeben haben, wird dieser automatisch Nachname Ihres gemeinsamen Kindes. Als Nachweis für Ihre Ehenamensführung bringen Sie bitte Ihre deutsche Heiratsurkunde oder die Bescheinigung über die Namensführung des deutschen Standesamtes mit.

Antragsformular Namenserklärung zum Ausfüllen per Hand [pdf, 115.84k]

Antragsformular Namenserklärung zum Ausfüllen am Computer [vnd.oasis.opendocument.text, 28.25k]

Geburtsanzeige

Die Geburt eines im Ausland geborenen Kindes, dessen Eltern keinen melderechtlichen Wohnsitz in Deutschland haben, wird im Geburtenregister des Standesamtes I in Berlin auf Antrag beurkundet. Der Antrag kann bei der Botschaft Teheran gestellt werden. Nach der Beurkundung der Geburt kann eine (oder mehrere) deutsche oder internationale Geburtsurkunde ausgestellt werden. In der Regel wird auch die legalisierte Übersetzung der „Shenasnameh“ in Deutschland als Nachweis über die Geburt anerkannt. Die deutsche Geburtsurkunde erleichtert allerdings den Umgang mit deutschen Behörden. Derzeit ist die Beurkundung der Geburt keine Pflicht und keine Voraussetzung für die Ausstellung eines Passes. Bitte beachten Sie hierzu den obigen Hinweis zum Geburtserwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder !

Folgende Dokumente müssen für den Antrag auf Beurkundung der Geburt eingereicht werden:

  • ausgefülltes Antragsformular
  • Shenasnameh des Kindes
  • Heiratsurkunde der Eltern
  • Reisepässe der Eltern (bei Mehrstaatern alle Pässe)
  • Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit mindestens eines Elternteils (Pass oder Personalausweis ist in der Regel ausreichend)
  • Shenasnameh/ Geburtsurkunde
  • falls bereits vorhanden: iranischer/ausländischer Reisepass des Kindes
  • falls vorhanden: Meldebescheinigung für aktuellen oder früheren deutschen Wohnsitz

Alle Dokumente müssen im Original und mit zwei Kopien (bei gleichzeitiger Passbeantragung mit drei Kopien) vorgelegt werden. Iranische Dokumente müssen übersetzt und legalisiert sein, andere ausländische Personenstandsdokumente müssen übersetzt sein.

Im Einzelfall kann das Standesamt die Vorlage weiterer Dokumente verlangen.

Falls für das Kind eine Namenserklärung notwendig ist, kann diese im Rahmen des Antrages auf die Beurkundung der Geburt abgegeben werden. Eine gesonderte Erklärung ist dann nicht mehr notwendig.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.berlin.de/standesamt1/index.html

Antrag auf Beurkundung der Geburt zum Ausfüllen per Hand [pdf, 174.2k]

Antrag auf Beurkundung der Geburt zum Ausfüllen am Computer [vnd.oasis.opendocument.text, 28.72k]

Kontaktdatenerklärung der Eltern [vnd.oasis.opendocument.text, 88.34k]

Bearbeitungsdauer:

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit einer Geburtsanzeige beim Standesamt I beträgt zur Zeit etwas mehr als 2 Jahre, in schwierigen Einzelfällen kann die Bearbeitungsdauer mehr als 3 Jahre betragen. Eine Namenserklärung wird in der Regel in drei bis vier Wochen bearbeitet und bestätigt. Trotz der langen Bearbeitungsdauer wird gebeten, von einer Sachstandsnachfrage beim Standesamt I in Berlin abzusehen.

Gebühr für die Ausstellung einer Geburtsurkunde / Abgabe einer Namenserklärung

Beim Standesamt in Deutschland:

Die Gebühr für die Beurkundung der Geburt ist je nach geltendem Landesrecht direkt an das zuständige Standesamt in Deutschland zu bezahlen. In Berlin beträgt die Gebühr derzeit 60 € bis 80 € für die Beurkundung einer Geburt. Die Ausstellung der ersten Geburtsurkunde kostet 10 €, jede weitere 5 €. Eine gebührenpflichtige Bescheinigung über die Namensführung kostet beim Standesamt I in Berlin 7 €. Nach Ausstellung der Urkunden und Beurkundung der Geburt erhalten Sie eine entsprechende Zahlungsaufforderung unter Angabe der Bankverbindung, die Ihnen über die Botschaft weitergeleitet wird. Erst nachdem Sie die Gebühr bezahlt haben, können Ihnen gegen Vorlage eines entsprechenden Zahlungsnachweises die Urkunden ausgehändigt werden. Die Gebühr für das Standesamt muss direkt auf das deutsche Konto des Standesamts überwiesen werden. Eine Einzahlung bei der Botschaft ist nicht möglich.

Bei Antragstellung bei der Botschaft:

Bei der Botschaft fallen Gebühren für die Legalisation (je Dokument 25 €) und Kopiebeglaubigung (min. 10 € für deutsche Dokumente/ min 15 € für iranische Dokumente) und ggf. für die Unterschriftsbeglaubigung für die Namenserklärung an (25 €). Die Gebühr ist bei Antragstellung in IRR bar zu entrichten.

Passbeantragung

Nach der Geburt haben Sie die Möglichkeit, einen deutschen Kinderreisepass oder einen biometrischen Reisepass für Ihr Kind zu beantragen.

Der Kinderreisepass ist ein vollwertiger Reisepass, jedoch ohne Chip, und wird daher nicht von allen Staaten als Reisedokument anerkannt (u.a. USA). Die Beantragung eines biometrischen Passes ist daher empfehlenswert.

Nötige Dokumente:

  • zwei Passbilder (offene Augen, möglichst geschlossnener Mund, neutraler Hintergrund, 35/45 mm)
  • ausgefülltes Antragsformular
  • Pässe und Shenasnameh der Eltern
  • Übersetzung der Shenasnameh des Kindes
  • falls bereits vorhanden iranischer Pass des Kindes
  • Heiratsurkunde (evtl. mit Übersetzung) der Eltern
  • evtl. Nachweis über die Namensführung der älteren Geschwister (dt. Geburtsurkunde, Bescheinigung über die Namensführung)

Alle Dokumente müssen im Original mit jeweils einer Kopie vorgelegt werden.

Bitte beachten Sie, dass für die gleichzeitige Beantragung eines Passes und der Beurkundung der Geburt/ Abgabe der Namenserklärung jeweils drei Kopien der Dokumente vorgelegt werden müssen.

Gebühren für die Passbeantragung:

Alle Gebühren in der Botschaft sind bei der Antragstellung bar in IRR zum jeweiligen Wechselkurs zu entrichten.

Die Gebühren für einen Kinderreisepass betragen derzeit 26 €. Für einen biometrischen Pass: sind 58,50 € zu entrichten.

Bearbeitungsdauer:

Kinderreisepass: 1-2 Arbeitstage

biometrischer Pass: etwa 4 Wochen

Bei Abgabe einer notwendigen Namenserklärung verlängert sich die Bearbeitungszeit der Passausstellung um ca. 3-4 Wochen.

Pass- / Personalausweisantrag für Kinder [pdf, 16.52k]

Merkblatt: Was ist zu erledigen nach der Geburt eines Kindes in Iran? [pdf, 150.96k]

Dieses Informationen beziehen sich auf die am häufigsten vorkommende Fallkonstellation (gemeinsames Kind der verheirateten Eltern mit deutscher und/ oder iranischer Staatsangehörigkeit). Bei anders gelagerten Fällen (Scheidung der Eltern, Geburt eines Kindes außerhalb einer bestehenden Ehe, Geburt außerhalb Irans, weitere Staatsangehörigkeit der Eltern) wenden Sie sich bitte vor der Antragstellung an die Konsularabteilung und informieren Sie sich über die in Ihrem Fall notwendigen Dokumente.

Kontakt Konsularabteilung

Kindereinträge im Reisepass der Eltern ab dem 26. Juni 2012 ungültig


Aufgrund europäischer Vorgaben hat sich im deutschen Passrecht eine wichtige Änderung ergeben: seit dem 26. Juni 2012 sind Kindereinträge im  Reisepass der Eltern ungültig und berechtigen das Kind nicht mehr zum Grenzübertritt. Somit müssen ab diesem Tag alle Kinder (ab Geburt) bei Reisen ins Ausland über ein eigenes Reisedokument verfügen. Für die Eltern als Passinhaber bleibt das Dokument dagegen uneingeschränkt gültig. Das Bundesinnenministerium empfiehlt den von der Änderung betroffenen Eltern, bei geplanten Auslandsreisen rechtzeitig neue Reisedokumente für die Kinder bei ihrer zuständigen Passbehörde zu beantragen. Als Reisedokumente für Kinder stehen Kinderreisepässe, Reisepässe und - je nach Reiseziel - Personalausweise zur Verfügung.

Die Änderung ergibt sich unmittelbar aus der Verordnung (EG) Nr. 444/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Mai 2009. Hintergrund ist das in der EU-Passverordnung aus Sicherheitsgründen verankerte Prinzip "eine Person - ein Pass", das EU-weit bis zum 26. Juni 2012 umzusetzen ist.

Alle Angaben auf dieser Seite beruhen auf Erkenntnissen und Einschätzungen der Botschaft im Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann jedoch keine Gewähr übernommen werden.

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