Informationen zur Krisenvorsorge

A. Allgemeine Hinweise zum Verhalten im Krisenfall


Allgemeine Empfehlungen zum richtigen Verhalten im Katastrophenfall einschließlich Notvorräten und Notgepäck finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Katastrophenschutz . Zusätzlich möchten wir Ihnen einige Hinweise geben, die für Sie speziell als Deutsche im Iran von Bedeutung sein können. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den Erdbebenfall und den Fall einer politischen Krise gelegt.


I.    Allgemeine Maßnahmen der Krisenvorsorge

1.    Kontaktaufnahme: Wir mit Ihnen, Sie mit uns

In jedem Krisenfall ist es wichtig, dass die Botschaft von Ihnen weiß. Nur dann kann Sie Ihnen effektiv helfen und gegebenenfalls eine Evakuierung sinnvoll planen. Deshalb raten wir allen Deutschen, die sich im Iran – und sei es nur vorübergehend – aufhalten, dringend dazu, sich in unsere Krisenvorsorgeliste („Deutschenliste“) eintragen zu lassen. Die Eintragung ist online über die elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland (elefand) möglich.

Möchten Sie mit der Deutschen Botschaft oder iranischen Stellen im Notfall Kontakt aufnehmen, so sind die folgenden Telefonnummern hilfreich:

Deutsche Botschaft Teheran:

-    Während der Dienstzeiten: 0098 21 3999-0000
-    Außerhalb der Dienstzeiten (Bereitschaftsdienst): 0098 9121131007

Iranische Stellen:
    
-    Feuerwehr: 125
-    Polizei: 110
-    Notruf / Ambulanz: 115 oder 021 – 8882 6010 oder 021 – 8882 6060

2.    Absprachen mit Nachbarn und anderen Deutschen im Ausland

-    Treffen Sie mit Ihren Angehörigen - insbesondere mit Ihren Kindern - Absprachen für den Krisenfall. Dies ist besonders wichtig, wenn sich Familienangehörige an unterschiedlichen Orten aufhalten (Arbeit, Schule, zu Hause).
-    Nennen Sie Ihren Kindern eine weitere Vertrauensperson, an sie sich wenden können, falls Sie während der Krise nicht erreichbar sind.
-    Sprechen Sie sich auch im Vorfeld mit Nachbarn und anderen Deutschen im Ausland, die in Ihrer Nähe wohnen, ab. So können Sie Hilfskräfte gegenseitig auf sich aufmerksam machen und Ihre Hilfe im Krisenfall besser koordinieren.


II.    Verhalten im Erdbebenfall

1.    Während des Erdbebens

a)    Aufenthalt im Gebäude

-    Bleiben Sie grundsätzlich im Haus, solange die Erschütterungen andauern. Am Gefährlichsten ist der Versuch, das Gebäude während des Bebens zu verlassen (fallende Objekte, berstende Glasscheiben). Ausnahme: Sie befinden sich bei Beginn der Erschütterung im Erdgeschoss in der Nähe einer Außentür, die direkt ins Freie führt.
-    Kriechen Sie unter einen stabilen Tisch, begeben Sie sich unter einen Türrahmen oder legen Sie sich auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand. Schützen Sie dabei Ihren Kopf mit den Händen.
-    Öffnen Sie Fenster oder Türen zum Fluchtweg, damit sie nicht verklemmen können und stellen Sie Gas, Strom und Wasser ab.
-    Benutzen Sie keine Treppenhäuser und Fahrstühle. Wenn Sie sich im Treppenhaus befinden, gehen Sie nach unten, nicht in Richtung Dach.
-    Schützen Sie Ihren Kopf vor herabfallenden Gegenständen.

b)    Aufenthalt im Freien

-    Suchen Sie sich einen freien Platz entfernt von Gebäuden, Straßenlaternen und Versorgungsleitungen und bleiben Sie dort, bis die Erschütterungen abgeklungen sind.
-    Schützen Sie Ihren Kopf mit den Händen, einer Tasche oder anderen Gegenständen.

c)    Aufenthalt im Auto

-    Möglicherweise erkennen Sie ein Erdbeben nicht sofort, wenn Sie sich im Auto befinden. Das Steuer bewegt sich ungewöhnlich, und es kann ein Gefühl sein, als ob Sie mit einem geplatzten Reifen fahren.
-    Fahren Sie an den Straßenrand, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen und Versorgungsleitungen. Bleiben Sie im Auto, solange die Erschütterungen anhalten.
-    Befahren Sie keine Brücken, Kreuzungen oder Unterführungen.

2.    Nach dem Erdbeben

-    Verlassen Sie einsturzgefährdete Gebäude, insbesondere auch wegen der Gefahr von Nachbeben.
-    Achten Sie auf gegebenenfalls entstehende Großfeuer und die Windrichtung.
-    Bewegen Sie sich zu Fuß und nicht mit dem Auto fort. Die Straßen dürften sehr schnell verstopft sein oder von der Polizei gesperrt werden.
-    Telefonieren Sie nur in dringenden Notfällen, um die Leitungen nicht zu überlasten.
-    Achten Sie auf Anweisungen der Rettungskräfte, des örtlichen Katastrophendienstes und der Deutschen Botschaft (Handy, Radio). Begeben Sie sich sodann an die Ihnen bekanntgegebenen Sammelstellen.

III.    Verhalten bei einer politischen Krise

-    Halten Sie Kontakt mit der Deutschen Botschaft.
-    Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen, ggf. über das Radio. Glauben Sie nur Informationen aus vertrauenswürdiger Quelle, hören Sie nicht auf Gerüchte.
-    Bleiben Sie im Zweifelsfall zu Hause und verhalten Sie sich unauffällig.
-    Meiden Sie Menschenansammlungen.
-    Verzichten Sie zur eigenen Sicherheit auf Bildaufnahmen von Demonstrationen, Sicherheitskräften und staatlichen Einrichtungen




B. Spezielle Hinweise zur Krisenvorsorgeliste (ELEFAND)

Meldeformular Bild vergrößern Anmeldungsformular (© colourbox.com)

Die deutschen Auslandsvertretungen sind verpflichtet, deutschen Staatsangehörigen, die sich im Ausland in einer Notsituation befinden, im Rahmen ihrer rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten Hilfe zu leisten. Sei es durch rechtlichen Rat, Ausstellung von Reisedokumenten oder Unterstützung bei der Beschaffung von Geld im Unglücksfall.
Dies betrifft nicht nur deutsche Urlauber, sondern auch Personen, die dauerhaft im Ausland leben. Jeder deutsche Staatsangehörige, der - auch nur vorübergehend - im Ausland lebt, kann in eine Krisenvorsorgeliste gemäß § 6 Abs. 3 des Konsulargesetzes aufgenommen werden.


Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Maßnahme. Damit die Auslandsvertretungen - falls erforderlich -- in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen mit deutschen Staatsbürgern schnell Verbindung aufnehmen können, rät das Auswärtige Amt, von dieser Maßnahme Gebrauch zu machen, denn: nur um denjenigen, von dessen Existenz wir wissen, können wir uns auch kümmern.


Die Aufnahme in die Krisenvorsorgeliste erfolgt passwortgeschützt im Online-Verfahren. Die eingegebenen Daten können auch zur Versendung allgemeiner Informationen z.B. über Wahlen oder Veranstaltungen der Botschaft genutzt werden, wenn Sie hierzu Ihr Einverständnis erklären. Wenn nicht, verbleiben sie ausschließlich in der Krisenvorsorgeliste.


Die elektronische Registrierung ersetzt die bisher manuell geführten Krisenvorsorgelisten der Vertretungen. Daher müssen sich auch diejenigen Personen einmalig neu registrieren, die ihre Daten bereits einmal in Form eines Fragebogens übersandt haben.

Auch Personen, die ihre Kontaktdaten bereits in anderem Zusammenhang der Botschaft bekanntgegeben haben (z.B. im Rahmen eines Passantrags), werden gebeten, sich einmalig neu zu registrieren, da diese Informationen aus Datenschutzgründen nicht einfach aus Ihrem Passantrag übernommen werden dürfen.

Zukünftig werden Sie automatisch in regelmäßigen Abständen aufgefordert, Ihre Angaben zu bestätigen bzw. zu aktualisieren. Damit soll Vollständigkeit und Aktualität der Registrierungen im Sinne einer wirksamen Krisenvorsorge und --bewältigung sichergestellt werden. Bitte beantworten Sie die Ihnen automatisch zugehenden Aufforderungen deshalb im eigenen Interesse.


Sollten Sie weitere deutsche Staatsangehörige kennen, die in Iran leben, wären wir Ihnen für die Weitergabe dieser Information sehr verbunden.


Die Registrierung erfolgt unter: 

http://service.diplo.de/registrierungav


Bei Fragen zur Registrierung und Datenverwendung werden Sie gebeten, sich über das Kontaktformular mit der Botschaft in Verbindung zu setzen.

Informationen zur Krisenvorsorge

Krisenstab Auswäertiges Amt