Niedersächsischer Wirtschaftsminister Lies eröffnet Repräsentanz in Teheran

Niedersächsischer Wirtschaftsminister Olaf Lies Bild vergrößern (© Olaf Lies - olaf-lies.de, Thiemo Jentsch)


Niedersachsen hat am Sonntag (06.11.) als erstes deutsches Bundesland eine eigene Repräsentanz in der iranischen Hauptstadt Teheran eröffnet. Die Vertretung soll wirtschaftliche und politische Kontakte vermitteln und niedersächsische Unternehmen beim Einstieg in den iranischen Markt unterstützen.

Wirtschaftsminister Olaf Lies erklärte bei der offiziellen Eröffnungsfeier mit über 200 Gästen in Teheran: „Nach unserer sehr erfolgreichen Delegationsreise im vergangenen Jahr war für uns klar, dass wir die einmal angebahnten Iran-Kontakte vertiefen wollen. Gerade für niedersächsische Unternehmen bietet dieses Land mit seinen 80 Millionen Einwohnern große Chancen, die wir entschlossen nutzen sollten. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir als erstes deutsches Bundesland den Schritt gehen und hier in Teheran ein eigenes Büro eröffnen. Jetzt haben Firmen aus Niedersachsen einen konkreten Anlaufpunkt in Teheran. Aber auch die iranischen Unternehmen können den direkten Draht nach Niedersachsen gerne in Anspruch nehmen."

Konkret soll die Vertretung niedersächsische Firmen bei der Standortsuche im Iran beraten, die Kontaktaufnahme zu potentiellen Geschäftspartnern und staatlichen Stellen erleichtern und Orientierung bei Fragen zum Wirtschafts-, Steuer- und Arbeitsrecht bieten. Als Repräsentantin vor Ort wird die Iranerin Kamelia Karimi eingesetzt, die zuvor bei der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer (AHK Iran) sowie bei zahlreichen deutschsprachigen Institutionen in Teheran tätig war.

Die AHK Iran ist ein langjähriger Partner des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums und wird Kamelia Karimi bei ihrer neuen Aufgabe administrativ unterstützen. Außerdem hat Karimi Zugang zu dem weitreichenden Netzwerk der AHK Iran, zu den rund 2.300 Mitgliedsunternehmen sowie politischen Entscheidungsträgern in dem Land am Persischen Golf.

„Die Vertretung Niedersachsens im Iran soll als Brücke zwischen den iranischen und deutschen Firmen dienen", so Repräsentantin Karimi bei der Eröffnung. „Fragestellungen zu wirtschaftlichen und kulturellen Besonderheiten, die in der iranischen Geschäftswelt zu beachten sind, können unmittelbar vor Ort geklärt werden. Wir werden versuchen, die geschäftlichen Beziehungen zwischen den deutschen und iranischen Firmen weiter zu vertiefen."

René Harun, Geschäftsführer der AHK Iran, sagte anlässlich des Empfangs: „Durch die breit aufgestellte Wirtschaftsstruktur Niedersachsens ist es ein konsequenter und richtiger Schritt, eine Anlaufstelle für die niedersächsische Wirtschaft in Teheran zu eröffnen. Wir freuen uns sehr, dass wir Niedersachsen dabei unterstützen können. Die Kooperation zwischen dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium und der AHK Iran ist von Vertrauen und enger Partnerschaft geprägt. Kamelia Karimi war seit fast zehn Jahren bei der AHK Iran angestellt und ist aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung die ideale Besetzung der Niedersachsen-Repräsentanz."

Minister Lies sagte abschließend: „Auch bei meinem zweiten Besuch hier ist das Interesse der Iraner an niedersächsischen Produkten und Investitionen sehr groß. Mit unserem Büro vor Ort zeigen wir, dass wir auf den Iran als wichtigen wirtschaftlichen Partner setzen. Niedersachsen nimmt hier bewusst eine Vorreiterrolle unter den deutschen Bundesländern ein. Wir möchten angesichts der positiven politischen Veränderungen im Iran so schnell wie möglich unsere traditionell guten Beziehungen ausweiten. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Karimi eine erfahrene Netzwerkerin verpflichten konnten und dass sie mit der AHK Iran einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite hat."

Im weiteren Verlauf seiner aktuellen, fünftägigen Delegationsreise, die von rund 70 Unternehmensvertretern begleitet wird, besucht Minister Lies neben Teheran auch die Wirtschaftsmetropole Tabriz (Hauptstadt der an die Türkei angrenzenden Provinz Ost-Aserbaidschan). Dort stehen wirtschaftliche und politische Gespräche mit Regierungsvertretern sowie verschiedene Unternehmensbesuche auf dem Programm.

Zum Weiterlesen:

Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr